1.10.
Die Geschichte und Funktion der Modefotografie
01.10.2026, 18:00 - 19:00
„In zunehmenden Maße ist Mode Modefotografie“ schreibt Susan Sontag 1978 in einem Aufsatz über Avedon und bezeichnet die Modefotografie als eine besondere Form der Porträtfotografie. Im Rahmen der Ausstellung „Mise en Scène“ lädt das Textilmuseum St.Gallen zu einem Gespräch mit Dr. phil. Martin Lilkendey ein.
Tatsächlich legt die Modefotografie fest, was Porträtfotografie ist. Wir wissen, dass ein Foto uns zu einem Bild macht, das betrachtet wird. Wir nehmen deshalb eine Haltung an, die uns entsprechen kann, wenn wir es schaffen, uns in die Person zu verwandeln, die wir sein wollen. Die Vorstellungen dazu sind unterbewusste Klischees der Porträts, die wir kennen, die wir gesehen, verstanden und akzeptiert haben. Alle Fotograf*innen und auch alle, die Fotos machen können, beziehen sich automatisch auf Gesehenes. Sie handeln also historisch. Sie bedienen sich der Geschichte und werden dadurch selbst ein Teil davon. Welche Beispiele der Modefotografie diese Ausstellung zeigt, stellt uns Martin Lilkendey von der Universität Koblenz vor und lädt ein zu einer Diskussion über Modefotografie.

Dr. phil. Martin Lilkendey ist künstlerischer Fotograf und Kunstwissenschaftler an der Universität Koblenz am Institut für Kunstwissenschaft und beschäftigt sich mit der Geschichte und Funktion der Porträtfotografie und im speziellen der Modefotografie.