Robes politiques – Frauen Macht Mode

19.03.2021 – 06.02.2022

50 Jahre Frauenstimmrecht in der Schweiz: Anlässlich des Jubiläums präsentiert das Textilmuseum Kostüme und Accessoires aus der Zeit von 1600 bis heute, die weiblichen Machtanspruch und weibliche Machtrepräsentation im Wandel von Gesellschaft, Politik und Mode versinnbildlichen.

Die Ausstellung «Robes politiques. Frauen Macht Mode» widmet sich der Schweizer Politszene und ihren Akteurinnen der vergangenen 50 Jahre. Aktive und ehemalige Politikerinnen unterschiedlicher Parteizugehörigkeit und Funktion, wie Elisabeth Kopp, Doris Leuthard, Karin Keller-Sutter, Magdalena Martullo-Blocher und Tamara Funiciello stellen Kleidungsstücke und Accessoires aus ihrem Privatbesitz zur Verfügung und beziehen Stellung. Interessante Einblicke versprechen die Interviews, die die Ostschweizer Journalistin und Filmemacherin Eveline Falk mit ausgewählten Politikerinnen und Politikern in der Parlamentssession führen wird und die in der Ausstellung zu sehen sein werden.

Die Frage nach Macht und Mode stellt sich Frauen nicht erst heute und nicht nur in der Schweiz. Und so werden auch die «robes politiques» historischer Persönlichkeiten wie Elisabeth I. und Eugénie de Montijo oder internationaler Politikerinnen wie Angela Merkel in Augenschein genommen und auf ihre Wirkmechanismen, auf Codes und Symbole hin untersucht. Die prächtigen Kostüme und Accessoires, die exemplarisch für den Kleidungsstil vergangener Epochen stehen, verdeutlichen den Unterschied zwischen heutigen Demokratien und Gesellschaftssystemen, in denen Stand und Reichtum über politischen Einfluss entschieden und Frauen, die nur im Ausnahmefall offizielle Machtpositionen erlangten, ihren Anspruch mit allen Mitteln legitimieren mussten.

Aber auch in unserer Zeit entfaltet Kleidung insbesondere dann ein vielschichtiges Spiel an Bedeutungen, wenn sie von einflussreichen Persönlichkeiten öffentlich in Szene gesetzt wird. Dies gilt umso mehr, als dass Massenmedien wie Fernsehen und das Internet mit seinen Social-Media-Kanälen für eine permanente visuelle Präsenz mit nie gekannter Reichweite sorgen. Der persönlichen und medialen Ausstrahlung – dem wählertauglichen Image – kommt heute ein immenses Gewicht zu, wobei sich gerade Frauen in Machtpositionen immer wieder einer unzulässigen Verknüpfung von äusserem Erscheinungsbild und fachlicher Kompetenz ausgesetzt sehen.

Kuratorinnen: Annina Weber, Claudia Schmid
Szenografie, Grafik: Johannes Stieger, Michael Schoch

Wir danken der Susanne und Martin Knechtli-Kradolfer Stiftung SMKK und der Hans und Wilma Stutz Stiftung sowie

            helvetia

     

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