Textile Tradition in zukunftsweisenden Stoffen

Vortrag mit René Rossi, Empa

Seit ihrer Gründung im Jahr 1885 war die Empa eng mit dem Textilbereich verwoben: Die Eidgenössische Materialprüfanstalt – wie die Institution lange hiess – eröffnete als unabhängige Kontrollstelle für Baumwollgarne. 1937 wurde sie von der Empa in Zürich übernommen und war noch bis 1989 ausschliesslich als Prüfstelle mit Schwerpunkt Textilien tätig.
Die entscheidende Wende kam im Jahr 1990, als die Empa die Materialforschung aufnahm und die textile Forschung forcierte. Zunächst ging es um die Entwicklung neuer Messmethoden zur Beurteilung von Produkten. Hier spielten die sogenannten Manikins, Gliederpuppen, die der Untersuchung der Funktionen von Sport- und Schutzbekleidung dienen, eine wichtige Rolle. Heute gehört die Empa zu den weltweit führenden Instituten zur Beurteilung des Tragekomforts von Funktionskleidung, sowie zur Vorhersage von Hautverbrennungen bei Feuerwehrschutzkleidung.
Ab 2001 wurden die Prüfaktivitäten nach und nach aufgegeben und der Fokus verschob sich auf die Entwicklung neuer Materialien wie der intelligenten Textilien, denen in Zukunft grosse Bedeutung in vielen Lebensbereichen zukommen wird und deren Innovationspotential auch für die Schweizer Textilindustrie von entscheidender Bedeutung ist.

René Rossi

René Rossi arbeitet seit über 25 Jahren als Forscher an der Empa, dem Schweizer Materialforschungsinstitut des ETH-Bereiches. Er hat angewandte Physik studiert und an der ETH Zürich in technischen Wissenschaften promoviert. Seit 2003 leitet er die Abteilung Biomimetic Membranes and Textiles, ein interdisziplinäres Forschungsteam von rund 40 Naturwissenschaftlern und Ingenieuren. René Rossi ist Dozent für Thermoregulation und Sporttextilien an der ETH Zürich und Gastprofessor für intelligente Textilien an der Université de Haute-Alsace in Mulhouse. Sein Forschungsschwerpunkt sind die intelligenten Textilien, insbesondere faserbasierte Sensoren für Körpermonitoring, sowie Hybridfasern zur kontrollierten Substanzabgabe. Er ist Autor von über 200 Fachpublikationen und Mitinhaber mehrere Patente. Seit 2014 ist er Stiftungsrat und Vorstandsmitglied bei Startfeld, einem Innovationszentrum zur Förderung von Jungunternehmen.

Der Vortrag findet in der Lounge des Textimuseums statt. Es wird keine Veranstaltungsgebühr erhoben, fällig wird lediglich der Museumseintritt, wobei sämtliche Vergünstigungen wie Raiffeisenkarten, Museumspass oder die Mitgliedschaft im Verein Textilmuseum anerkannt werden.

Donnerstag 21. September 2017, 18:30 Uhr